Geschichte
Das Gebiet des heutigen Dorfes war schon seit der Jungsteinzeit (3500 v. Chr.) von Menschen bewohnt, aber die Zahl der archäologischen Funde nimmt bedeutend erst mit der Römerzeit zu, und liefert Beweise über eine reiche Vergangenheit.
In Verbindung mit der nahe gelegenen römischen Festung namens Valcum (das heutige Fenékpuszta) lebte eine starke Kolonie im Gebiet des heutigen Gyenesdiás. Eine bedeutende archäologische Entdeckung von hier war der 1400-jährige Friedhof mit 301 Gräbern vom Zeitalter der sogenannten "Keszthelyer Kultur" (eine Bevölkerung römischer Abstammung). Man fing hier an, Menschen zu beerdigen gegen 630 n. Chr., als die christliche Bevölkerung nach einem Bürgerkrieg der awarischen Militärmacht untergeworfen wurde. Der regionale Militärführer der Region und seine Familie hatten ihren Sitz hier, und sie wurden auch hier beerdigt. Die Einmaligkeit des Friedhofs liegt daran, dass der Grab des gegen 660 n. Chr. verstorbenen Führers von Grabräubern ungestört geblieben ist, und er der erste offiziell ausgegrabene mittel-awarische Grab des Karpatenbeckens war. Deshalb reiste der "Haupt von Gyenes" in seinem Tod viel mehr als in seinem Leben; er wurde in mehreren Museen ausgestellt (auch in Deutschland und Österreich). Ein anderer wichtiger Fund, ein ungarischer Friedhof aus der Zeit der ungarischen Landnahme wurde hier auch freigelegt.
In späteren Jahrhunderten existierten drei Gemeinden auf dem heutigen Gebiet von Gyenesdiás, unter denen Falud aus der Arpadenzeit die älteste war. Ihre St. Erzsébet /Elisabeth/ Kirche war zum ersten Mal im Jahre 1333 erwähnt, aber durch Ausgrabungen konnte man feststellen, dass die Siedlung schon seit dem 11. Jahrhundert bewohnt war. Das Dorf wurde von streifenden türkischen Truppen 1548 niedergebrannt, aber sie wurde bis das 17. Jahrhundert bewohnt. Die Ruinen der Kirche wurden im 19. Jahrhundert von den Einwohnern von Gyenes wegen dem Baumaterial weggeschafft (damit sie sich eine Kirche bauen konnten). Bis vor 40 Jahren war ihr Ort durch einen Hügel gezeigt, der wurde aber beim Bau der Faludi Straße mit Bulldozer abgetragen. Anlässlich der Feierlichkeiten der 1100 Jahre der ungarischen Landnahme errichtete die Gemeinde ein Denkmal auf dem Platz des mittelalterlichen Friedhofs in der Nähe der ehemaligen Kirche zur Erinnerung des einstigen Dorfes.
Gyenes, der westliche Teil der heutigen Gemeinde, wurde schon 1696 als Weinberg von Falud erwähnt. Sein Name stammt von dem Vornamen Dénes /Dionysius/; auf einem Siegel aus 1766 steht schon der Name Gyenes. 1807 wollten die Weingartenbesitzer von Gyenes auf dem Weinberg eine Kapelle bauen, deshalb haben sie wegen der Steine die noch stehenden Ruinen der St. Erzsébet Kirche des ehemaligen Falud abgetragen. Der Bau scheiterte, da György Festetics die Kapelle "auf seinem Grundstück nicht bauen ließ". Die Kirche ist anschließend, ein paar Jahre später, 1826 im klassizistischen Stil mit Unterstützung von László Festetics doch gebaut worden. Zu Ehren der Schutzheiligen der Tochter von László Festetics hat die Kirche den Namen St. Ilona (Helene) bekommen.
Der Name von Diás - der östliche Teil der heutigen Gemeinde - stammt wahrscheinlich von dem ungarischen Namen der hier heimischen Walnuss. Die Ortschaft wurde zum ersten Mal 1341 urkundlich erwähnt.
Gyenes und Diás sind 1840 zu einer einzigen selbstständigen Gemeinde vereinigten worden, die bei der ersten Volkszahlung von 1869 948 Einwohner hatte. Die Entwicklung der Gemeinde war bis Ende des Jahrhunderts sehr langsam; die Einwohnerzahl begann erst ab 1890 schneller zu wachsen. Eine Ursache dafür war die Phylloxeraepidemie (1889), nach der die zunichte gewordenen Weingüter, Kelter und Weinkeller von Ansiedlern aufgekauft wurden. Die neuen Besitzer bauten Küchen und Zimmer den alten Gebäuden zu, um sie in Wohnhäuser zu verwandeln. 1871 wurde auch die erste Schule der Gemeinde im Gebäude der ehemaligen, im Jahre 1763 gebauten Zehntenhaus, das später eine Kneipe wurde und heute der Kindergarten ist, eröffnet.
Dank seiner günstigen Lage (der Plattenseeufer, das Keszthelyer Gebirge, die Nähe von Keszthely und Hévíz, die Sehenswürdigkeiten des Dorfes und seiner Umgebung), dem großartigen Klima (830 Stunden Sonnenschein im Sommer, Wassertemperaturen oft bis 25 °C, milder und langer Herbst), den verschiedenen touristischen Attraktionen (Baden, Wassersport, Segeln, Angeln, Reiten, Bogenschießen, Sportschießerei, Wandern, die ungarische Kultur, traditionelle Kultur- und Sportveranstaltungen, Folklore und Gastronomie, usw.) und der Gastfreundschaft der Bevölkerung ist das heutige Gyenesdiás ein idealer Reiseziel und Urlaubsort für jeden in jeder Altersklasse, der Urlaub von hoher Qualität um günstige Preise sucht.
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